Existierten die Zehn Gebote bevor Moses?

Von David C. Pack

Die meisten nehmen an, daß die Zehn Gebote „mit Moses begannen“ und „mit Christus endeten.“ Ist das korrekt? Waren die Zehn Gebote in Kraft bevor Moses? Wenn ja, gibt es darüber biblische Beweise?

Die meisten Führer der sich zum Christentum Bekennenden bestehen darauf, daß der Kern des Geistigen Gesetzes Gottes - die Zehn Gebote - beseitigt wurden. Sie nennen es das "Gesetz Moses" und behaupten, daß es durch das Opfer von Jesus Christus abgeschafft wurde. Aber sie kennen den Unterschied zwischen den Levitical Opferritualen, dem Gesetz Moses und dem Gesetz Gottes nicht.

Eine Kombination von Unerfahrenheit und eines Versuches, die Zehn Gebote als "dispensational" (obligatorisch über eine beschränkte Zeitspanne) zu minimieren, hat verursacht, daß die meisten glauben, daß die Zehn Gebote vor Moses, der sie auf dem Berg Sinai erhielt, nicht existierten. Ist das wahr? Ist es das, was die Bibel lehrt? Während ein dazugehöriger Artikel hierzu Stellung nehmen wird, ob das Neue Testament Gehorsam zu diesen großen Gesetzen verlangt, ist es unser Zweck hier, die Periode seit der Schöpfung bis Moses zu untersuchen. Sich daran erinnernd, daß die Schriften nicht nichtig gemacht werden können, und so, welche Schriften können für einen Beweis untersucht werden?

Das Gesetz Moses oder Gottes Gesetz?

Die Zehn Gebote wurden nie das Gesetz Mose genannt, sondern eher das Gesetz Gottes. Zu Beginn bitte verstehen Sie folgendes! Das Gesetz Moses bestand aus (1) den Zivilrechten, die Statuten und Urteile waren, die Moses den Israeliten von Gott ausrichtete, und die erfaßt sind in 2. Mose 21-23 (Exodus) und in den restlichen Büchern des Gesetzes und (2) die ritualistischen Gesetze (oder ergon), die später, zusammengefaßt in Hebräer 9:10, hinzugefügt wurden. Es waren Verordnungen, die die Arbeit des Stammes Levi im Tempel-Dienst und den Opfern (Leviticus 1-7 (3. Mose)), und den dazugehörenden Funktionen, regelten. Das griechische Wort ergon bedeutet "Arbeit", so wie in die "Arbeiten des Gesetzes," wie wir in Galater 2:16 finden. Es bezieht sich auf Arbeit, die die Rituale der Leviter einschlossen, die durch das Opfer Christi abgeschafft wurden.

Die Zehn Gebote waren, lange bevor sie den Israeliten am Berg Sinai offiziell gegeben wurden, bereits in Kraft. Tatsächlich haben sie seit der Schöpfung des Menschen existiert. Die Zehn Gebote waren nie ein Teil des Gesetzes von Moses oder dem Levitical Opfersystem. Die Zivilrechte und Opfer beruhten auf den Geboten Gottes, die den Kern der Gesetze Gottes ausmachen. Somit gehen die Zehn Gebote voraus und übertreffen irgendwelche und jedes kleinere Gesetz oder Praxis, auf ihnen beruhend - Statuten, Urteile, Moralprinzipien, und Verordnungen.

Die Zehn Gebote sind die geistigen Gesetze Gottes (Römer 7:12,14). Sie sind ebenso aktiv wie die physischen Gesetze der Anziehungskraft und der Trägheitskraft. Genau wie die Übertretung physischer Gesetze physische Konsequenzen mit sich bringt, bringt das Übertreten geistiger Gesetze geistige Konsequenzen.

Sünde Definiert

Vor dem Beweis, daß die Zehn Gebote seit der Schöpfung des Menschen bestanden haben, müssen wir die Bibel-Definition der Sünde verstehen: "Wer auch immer Sünde begeht, überschreitet auch das Gesetz: weil Sünde die Übertretung des Gesetzes ist“ (I. Joh. 3:4).

Römer 6:23 definiert die Strafe - das Endergebnis - der Sünde: „Für der Lohn der Sünde ist der Tod; aber das Geschenk Gottes ist ewiges Leben durch Jesus Christus unsern Herrn.“

Bitte notieren Sie: „Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen, und durch die Sünde der Tod, und also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben; (denn bis zu dem Gesetz war Sünde in der Welt; Sünde aber wird nicht zugerechnet, wenn kein Gesetz ist. Aber der Tod herrschte von Adam bis auf Moses, selbst über die, welche nicht gesündigt hatten in der Gleichheit der Übertretung Adams, der ein Vorbild des Zukünftigen ist)“ (Römer 5:12-14).

Mit anderen Worten, Adam sündigte. Sünde wird nicht zugeschrieben - gilt nicht - wo es kein Gesetz gibt (Römer 4:15). Tod regierte von Adam bis Moses. (Erinnern Sie sich, Tod ist die Strafe für die Sünde, die als die Übertretung des Gesetzes definiert wird). Die einzige Möglichkeit in der Adam und seine Nachkommen sündigen konnten - das geistige Gesetz Gottes übertreten konnten – war, wenn das Gesetz Gottes bereits existierte!

Anstatt Sünde zurückzuweisen, weisen falsche religiöse Frömmler das Gesetz zurück. Sie sehen das Gesetz als eine Last an - sie wollen davon frei sein, es einzubehalten. Aber beachten Sie die Schlüssellehren gefunden in Römer 7:7: "Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sein ferne! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt, als nur durch das Gesetz. Denn auch von der Lust hätte ich nichts gewußt, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: „Laß dich nicht gelüsten“.“

Des Menschen Erste Sünde

Im Garten von Eden sprach Gott mit Adam und gab ihm klare, verständliche Anweisungen. Adam brauchte das. Er war ein Erwachsener mit einer erwachsenen Meinung, aber Gott mußte ihm die geistigen Grenzen offenbaren, die Adam selbst nicht entdecken konnte, ohne die Gesetze Gottes zu übertreten. Genesis 2:15-17 (1. Mose) berichtet, „Und Jahwe Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. Und Jahwe Gott gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baume des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du gewißlich sterben.“ Und Römer 6:23 berichtet: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod.“

Adam wurden Weisungen erteilt, wie man den Garten aufrechterhielt. Ihm wurde auch befohlen, vom Baum der Kenntnisse des Guten und Bösen nicht zu essen (um nicht für sich selbst zu entscheiden, was richtig oder falsch ist), und es wurde ihm mitgeteilt, was die Strafe sein würde, diesen Befehl zu mißachten.

Gott offenbarte Adam, und seiner Frau, Eve, wahre Kenntnisse, wie zu leben. Aber Er gab ihnen die Freiheit zu entscheiden, ungeachtet dessen ob sie Seinem Weg folgen würden. Das war freie moralische Auswahl und Entscheidung, die Gott der ganzen Menschheit gegeben hat.

DerTeufel, in Form einer Schlange, sagte Eve, daß, wenn sie die Frucht des verbotenen Baumes nähme, „Und die Schlange sprach zum Weibe: Mit nichten werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, daß, an dem Tage, an dem ihr davon esset, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses“ (Genesis 3:4-5 (1. Mose)). Angesichts der schlauen Taktik des Teufels, fiel Eva leichtgläubig auf seinen Betrug rein und aß vom Baum, und Adam tat dasselbe.

Adam sündigte, indem er gegen den Befehl Gottes handelte. Er übertrat das Gesetz Gottes. Dabei wurde er der Diener von demjenigen dem er gehorchte – dem Teufel. Dieser Grundsatz wird in Römer 6:16 erklärt: „Wisset ihr nicht, daß wem ihr euch darstellet als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorchet? Entweder der Sünde zum Tode, oder des Gehorsams zur Gerechtigkeit?“

Wem auch immer oder was man nachfolgt und dient, ist sein Gott. In diesem Fall brachen Adam und Eva das Erste Gebot, indem sie einen anderen Gott vor den Schöpfer-Gott setzten. Dabei brachen sie auch das Fünfte Gebot, indem sie ihren Elternteil, im Sinn, daß Adam ein geschaffener Sohn Gottes war (Lukas 3:38), entehrten. Ihre Sünde schloß auch Diebstahl ein (das achte Gebot), in dem sie etwas nahmen, was ihnen nicht gehörte. Außer dem lüstete Eva für die verbotene Frucht. Das Lechzen ist Begehren, was das Zehnte Gebot bricht.

Das Übertreten von einem Gebot führt zum Übertreten von ihnen allen. Das ist genau, was der Apostel Jakobus in Jakobus 2:10 ausdrückt: „Denn wer irgend das ganze Gesetz halten, aber in einem straucheln wird, ist der Übertretung aller Gebote schuldig geworden.“ Gottes Gesetze sind zusammenhängend und kompliziert zusammengewebt - wenn Sie eins brechen, brechen Sie sie eventuell alle.

In Genesis 4 (1. Mose) Adams erster Sohn, Kain, wurde verärgert über seinen Bruder Abel, weil Gott Abels Opfer akzeptierte, aber nicht Kains. Beachten Sie, wie Gott Kain ermahnte in Verse 6-7: “Und Jahwe sprach zu Kain: Warum bist du ergrimmt, und warum hat sich dein Antlitz gesenkt? Ist es nicht so, daß es sich erhebt, wenn du whohl tust? Und wenn du nicht wohl tust, so lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird sein Verlangen sein, du aber wirst über ihn herrschen.“ Kain ermordete Abel und brach das Sechste Gebot.

Wenn jemand in der falschen seelischen Verfassung ist, liegt die Sünde mit ihrer Zugkraft wartend an der Tür, weil sündige Gedanken zu sündigen Handlungen führen. Gott befiehlt uns, über die Sünde zu herrschen, um diese Zugkraft und ihre Impulse zu kontrollieren, Sünde zu begehen. Kain ermordete Abel und log Gott darüber. Das ist eine direkte Übertretung des Neunten Gebotes, das "verbietet, falsches Zeugnis gegen seinen Nächsten abzulegen." Kain hatte gesündigt, und er wußte es. Dies geschah ein paar Jahrzehnte, nachdem Adam zuerst gesündigt hatte. Adams und Evas ausbreitende Familie wußte, daß Sünde das Übertreten des Gesetzes Gottes war, sonst hätte Gott sie dafür nicht verantwortlich gehalten.

Waren Andere Gebote in Kraft bevor Sinai?

Die Bibel führt Beispiele von jedem der Zehn Gebote an, die vor der Zeit von Moses gehalten wurden. als Gott Jacob rief, um nach Bethel zurückzukehren, wo Gott ihm vor etwa 21 Jahren zuvor erschienen war, und Jakob seine Leute warnte, „Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die bei ihm waren: Tut die fremden Götter hinweg, die in eurer Mitte sind, und reiniget euch und wechselt eure Kleider; und wir wollen uns aufmachen nach Bethel hinaufzuziehen, und ich werde daselbst einen Altar machen dem Gott, der mir geantwortet hat am Tage meiner Drangsal und mit mir gewesen ist auf dem Wege, den ich gewandelt bin“ (Genesis 35:2-3 (1. Mose)). Jacob wußte, dass Gott Götzenkult - das Brechen des Zweiten Gebotes - verbot. Seinem Haushalt sagend, ihre Idole wegzulegen, erfüllte das den Grundsatz in Sprüche 16:6: „Durch Güte und Wahrheit wird die Missetat gesühnt, und durch die Furcht Jahwes weicht man vom Bösen.“

Als Abram König Abimelech sagte, daß Sarah, seine Halbschwester und Frau, bloß seine Schwester war, log er - ein weiteres Übertreten des Neunten Gebotes. Das glaubend, schickte Abimelech nach Sarah. Bemerken Sie jetzt Genesis (1. Mose) 20:3-4, 6: „Und Gott kam zu Abimelech in einem Traum der Nacht und sprach zu ihm: Siehe, du bist des Todes wegen des Weibes, das du genommen hast; denn sie ist eines Mannes Eheweib. Abimelech aber hatte sich ihr nicht genaht; und er sprach: Herr, willst du auch eine gerechte Nation töten? Und Gott sprach zu ihm im Traume: Auch ich weiß, daß du in Lauterkeit deines Herzens dies getan hast, und so habe ich dich auch davon abgehalten, gegen mich zu sündigen; darum habe ich dir nicht gestattet, sie zu berühren.“ In dieser Situation hätte Abimelech Ehebruch begangen, was eine Sünde ist. Er hätte das Siebente Gebot gebrochen.

Als Joseph durch die Annäherungen von Potiphar’s Ehefrau versucht wurde: „...Er aber weigerte sich und sprach zu dem Weibe seines Herrn: Siehe, mein Herr kümmert sich um nichts bei mir im Hause; und alles, was er hat, hat er in meine Hand gegeben. Niemand ist größer in diesem Hause als ich, und er hat mir gar nichts vorenthalten als nur dich, indem du sein Weib bist; und wie sollte ich dieses große Übel tun und wider Gott sündigen?“ (Genesis (1. Mose) 39:8-9). Joseph war es bewußt, daß Ehebruch Sünde war. Das geschah vor ungefähr 250 Jahren, bevor das Gesetz an Israel am Berg Sinai offiziell präsentiert wurde!

Während ihres Marsches ins Versprochene Land sagte Gott den Israeliten, jeden Morgen ihren täglichen Betrag des Mannas zu sammeln. Am Morgen, bevor des wöchentlichen Sabbats sei dort genug für beide Tage. Der Grund dafür war, weil am Sabbat, dem Tag der Ruhe Gottes, kein Manna erscheinen würde. Gott beabsichtigte, daß sie am Sabbat ruhen sollen, anstatt Zeit mit Manna sammeln zu verbringen. Dieser Bericht wird in Exodus 16 (2. Mose) gegeben. In Vers 28, nachdem einige der Leute absichtlich den Sabbat brachen, indem sie versuchten, Manna zu sammeln, sagte Gott zu Moses, „Wie lange weigert ihr [Israel] euch, Meine Gebote und Meine Gesetze zu halten?“

Notieren Sie Verse 29-30: „Sehet, weil Jahwe euch den Sabbath gegeben hat, darum gibt er euch am sechsten Tag Brot für zwei Tage; bleibet ein jeder an seiner Stelle, niemand gehe am siebten Tage von seinem Orte heraus. Und das Volk ruhte am siebten Tage.“ Also war das Vierte Gebot in Effekt bevor das Gesetz am Berg Sinai gegeben wurde.

Als Israel ins Land von Canaan einzog, „hatten die Nationen dort den vollen Kurs gelaufen“ - sie hatten die Schwelle des moralischen Zusammenbruchs übertroffen, so wie die Nationen heute getan haben. Gott wußte, dass dies geschehen würde, und hatte Abram 400 Jahre zuvor darüber erzählt: „Und du, du wirst zu deinen Vätern eingehen in Frieden, wirst begraben werden in gutem Alter. Und im vierten Geschlecht werden sie [Abram’s Samen – die Nation Israel] hierher zurückkekhren; denn die Ungerechtigkeit der Amoriter ist bis hierher not nicht voll“ (Genesis (1. Mose) 15:15-16).

Das Wort „Ungerechtigkeit“ hier stammt aus dem hebräischen Wort avon, was „Perversität, Unfug oder Sünde bedeutet.“ Wenn es kein in Kraft existierendes Gesetz gegeben hätte, hätte es keine Ungerechtigkeit oder Sünde für die Amoriter, oder jede andere Nation gegeben, zu begehen. Bitte lesen Sie Leviticus (3. Mose) 18:3, 19-30 für weitere Beschreibungen der Freveltaten und Abscheulichkeiten, die von den Canaanitern begangen wurden. Sie beinhielten Opferungen – Umbringen - ihrer Kinder im Feuer des Molech, jede Form des Ehebruchs und der sexuellen Perversität, und der Entweihung des Namens Gottes.

Sehen Sie sich die Vor-Sintflut-Welt an: „Und Jahwe sah, daß des Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag waren“ (Genesis (1. Mose) 6:1-3, 5-6). Das Wort „Gottlosigkeit,“ das hier verwendet wurde, stammt aus dem hebräischen Wort rah, was bedeutet „über alle Maße gottlos.“ So schlecht war die Menschheit, daß uns Vers 6 erzählt, „Und es reute Jahwe, daß er den Menschen gemacht hatte auf der Erde, und es schmerzte ihn in sein Herz hinein.“ Diese Gottlosigkeit brachte jeden erdenklichen Typ der Sünde und offensichtlichen Mißachtung für die Heiligkeit des Lebens.

Diese Sünden waren angerechnet – darauf aufmerksam gemacht – durch die Gesetze Gottes - die Zehn Gebote, die seit der Schöpfung des Menschen existierten.

Diese Beispiele zeigen, dass alle Zehn Gebote Moses vorangingen. Von Adam bis Moses hatten alle Menschen gesündigt - die Gesetze Gottes übertreten, die Zehn Gebote. Deshalb lobte Gott Abraham, sagend, „Abraham gehorchte meiner Stimme und beachtete meine Vorschriften, meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze“ (Genesis 26:5).

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Andere Literatur